Rezension: „Hardwired…To Self-Destruct“ von Metallica

Das Cover von Metallicas neue Platte "Hardwired...To Self-Destruct"

OK, Metallica veröffentlichen ein neues Album, und der Wirbel ist groß. Alles wie immer, beweisen muss die Band mit ihrem elften Album niemandem etwas – außer vielleicht sich selbst.

Acht Jahre nach „Death Magnetic“ und 13 nach „St. Anger“ steht damit wieder die Frage im Raum, ob den vier Kaliforniern endlich ein Song gelungen ist, der sich fürs ständige Liveprogramm eignet und nicht schon 20 Jahre auf dem Buckel hat.

Kandidaten dafür gibt es auf „Hardwired…To Self-Destruct“* erfreulich viele: „Moth Into Flame“ mit seinem treibenden Stakkato-Riff und dem melodischen Refrain zum Beispiel. Auch „Halo On Fire“, „ManUNkind“ oder „Spit Out The Bone“ sind tolle, groovige und streng nach vorn marschierende Songs, vor allem letzterer gewürzt mit ordentlich Thrash-Metal-Pfeffer. Das ist heavy, das klingt nach Metallica pur. Und sogar Lars Urlichs Bass Drum drückt wie in alten Zeiten.

Eifriges Gegniedel

Doch wirklich geniale Songs, wie sie die Kalifornier in ihrer Frühzeit im Dutzend vorlegten, finden sich nicht. Ein Manko, das die Band in meinen Ohren nach „Load“ und „Reload“ ständig begleitete. Die Band beschränkt sich darauf, sich selbst zu zitieren. Munter reiht sie ein Riff ans andere. An manchen Stellen stören mich Kirk Hammetts austauschbare Soli. Das eifrige Gegniedel wirkt zum Teil völlig losgelöst von den Songs, über die es drübergeflanscht ist.

Sicher, insgesamt ist „Hardwired…To Self-Destruct“ musikalisch noch immer um Klassen besser als viele andere Alben, die in diesem Jahr das Licht der Welt erblickten. Mit „Battles“ von In Flames konnte ich beispielsweise nichts mehr anfangen. Und natürlich ist es das beste Metallica-Album seit 20 Jahren. DIE eine, neue Hymne beschert es den Fans jedoch nicht. Zuviel verlangt?

Neuer Klassiker?

Mit ihren neuen Songs setzen Metallica konsequent fort, was sie mit „Death Magnetic“ begannen. Es ist ein sehr ordentliches, reinrassiges Metal-Album, bei dem gelegentlich der Blues-Rock der „Load“/„Reload“-Ära und etwas Beliebigkeit im Songwriting mitschwingt, aber kein Klassiker. Und auf nichts anderes hatte jeder gehofft, oder?

Unfairerweise.

www.metallica.com

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