Einnahmen: Streaming für die Masse, Vinyl für die Kasse

Plattenkoffer (Bild: Pixabay)

Vinyl ftw! Eine interessante Erkenntnis zum Verhältnis LP vs. Streaming liefert eine aktuelle Studie der US-amerikanischen RIAA.

Dass Vinyl derzeit eine Renaissance erlebt, dürfte sich herumgesprochen haben. Viele mögen die schwarzen Platten, weil sie ein sinnlicheres Hörerlebnis ermöglichen – auch wenn man spätestens nach 30 Minuten aufstehen muss, um die Platte umzudrehen.

Wieviel Kohle in Vinyl steckt (bzw. wie wenig in werbefinanziertem Streaming), belegen die frisch veröffentlichten Umsatzzahlen der RIAA.

Hunderte Milliarden Streams

Streamingdienste werden demnach – kaum überraschend – viel genutzt. Hunderte Milliarden Titel und Videos spielten die Nutzer im vergangenen Jahr ab. Streaming machte 34 Prozent der Gewinne aus – erstmals übrigens mehr als permanente Downloads. Erstmals generierte Streaming mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz.

Alles takko also, möchte man denken. Der Haken: Zwar wird soviel Musik wie nie zuvor gehört, die Einnahmen für die Musiker steigen jedoch nicht mit. RIAA-CEO Cary Sherman schreibt auf auf medium.com:

The consumption of music is skyrocketing, but revenues for creators have not kept pace. In 2015, fans listened to hundreds of billions of audio and video music streams through on-demand ad-supported digital services like YouTube, but revenues from such services have been meager — far less than other kinds of music services.

Mit anderen Worten: Streamingdienste und Plattenfirmen machen sich die Taschen voll, die Künstler sehen nur wenig von den Erlösen. Das ist natürlich nicht wirklich neu.

Vinyl macht Kasse

Auffallend sind aber diese Zahlen: Im letzten Jahr wurden 17 Millionen Vinyl-Schallplatten verkauft, die den Plattenfirmen Einnahmen in Höre von 416 Millionen Dollar bescherten.

Diesen Zahlen stellt Sherman die Einnahmen durch werbeunterstützte Streamingdienste wie YouTube entgegen. Obwohl sie Streams in dreistelliger Milliardenhöhe generieren, erzielen sie nur 385 Millionen Dollar an Einnahmen. 416 Millionen vs. 385 Millionen.

Grafik: medium.com
Grafik: medium.com

Natürlich muss man in Rechnung stellen, dass die RIAA ein interessengeleiteter Lobbyverband ist, wie es auf nymag richtig heißt. In diesem Licht sind auch die Zahlen zu sehen: Die RIAA hat ein originäres Interesse daran, von den Streamingdiensten mehr Geld zu bekommen.

Doch verdeutlichen die Statistiken sehr gut, wie lukrativ physische Tonträger für die Musikindustrie waren – und dass es für Bands und Künstler immer schwerer wird, von ihrer Musik zu leben.

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