Rezension: Boy – „We were here“

Cover: Boy "We Were Here"

Cover: Boy "We Were Here"Für gewöhnlich sind Nichtmöger von Boy-Platten männlichen Geschlechts. Zu soft, zu poppig, zu eingängig, zu romantisch: Schon klar, das Hamburger Duo, dessen Debüt „Mutual Friends“ 2011 eine der verbreitetsten Lieblingsplatten war, singt lieber über Liebe als über Modelleisenbahnen. Doch wer die neuen Songs von Valeska Steiner und Sonja Glass unter Berufung auf siehe oben schwänzt, lässt sich einige ebenso brillante wie hochmelodiöse Folk-Pop-Nummern entgehen, die als tonale Kulisse geselliger Runden ebenso geeignet sind wie zum Ein- oder Zweisamsein.

Auch auf ihrem zweiten Album ziehen Boy ihren Stiefel durch, ihr Erfolgsrezept variieren sie nur marginal. Gleichwohl klingt das neue Material auf „We were here“ opulenter und halliger als auf dem Debüt, der lieb gewonnenen melancholischen Anmutung der Songs tut das keinen Abbruch. In bester Tradition von Weggefährten wie Death Cab For Cutie oder Band Of Horses kreieren Boy den perfekten Soundtrack für drei Tage Regenwetter. Einen wirklichen Überhit bieten die knapp 35 Minuten zwar nicht, Ohrwurmmomente dafür aber am laufenden Band.

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