Retro-Rock: Kadavar auf Tour 2016 – Zurück nach vorn

Ein Bild der Vintage-Rock-Gruppe Kadavar

Mit Rauschebärten, Matten und Schlaghosen mutet das Berliner Trio Kadavar an wie aus der Zeit gefallen. Doch weit gefehlt: Sein mitreißender Retro-Rock funktioniert auch in der Gegenwart bestens.

Richtig tot war das Rock-Universum, in dem gute Musik verschwitzt, groovy und handgemacht ist, ja nie. Will sagen: Auch Veteranen wie Monster Magnet oder Kyuss können und konnten mit Instrumenten und Effekten umgehen. Doch während bei ihnen die überlieferten Rocktraditionen ein zuvor ungehörtes Soundgewand bekamen, führen Kadavar das Erbe ihrer musikalischen Ahnen fast eins zu eins fort.

Black Sabbath oder Pentagram sind Referenzen, die man dem höllisch groovenden Hardrock des Trios bedenkenlos aufdrücken kann. Neben den Blues Pills gelten die Berliner als größte Hoffnungsträger des Retro-Rock, deren Vertreter es inzwischen zuverlässig in vordere Chartsregionen spült. Die kürzlich aufgelösten Graveyard gehörten ebenfalls zu diesem illustren Kreis.

Zurückschauen, aber voranschreiten: Was Verkehrserzieher in den Wahnsinn treiben würde, haben Gitarrist Christoph Lindemann, Bassist Simon Bouteloup und Schlagzeuger Christoph Bartelt zur Kunstform erhoben. Bei Equipment und im Studio kommt dem Trio kein Zubehörteil ins Haus, das nicht älter ist als sie selbst.

Übertrieben Psychedelisches findet sich dabei nicht im Sound der Berliner. Statt sich in endlosem WahWah-Gegniedel zu verlieren, kredenzen Kadavar auf ihrem aktuellen, dritten Album „Berlin“* knackige Vierminüter, von denen wenigstens ein halbes Dutzend das Zeug zum Hit hat. „Last Living Dinosaur“ ist so einer, „Filthy Revolution“ auch.

Da Kadavar darüber hinaus als ausgezeichnete Liveband gelten, sollte ein Konzertbesuch für jeden mit Seventies-Rock-Affinität Ehrensache sein – zumal es in Deutschland nur wenige sind. www.kadavar.com

Tourdates:
17.10. Linz
18.10. Wien
21.10. Stuttgart
22.10. Pratteln
12.11. Münster

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